(1) Michna,Marta (2393) - Troyke,Doreen (2087)
1. Erfurter Frauengrossmeisterturnier Erfurt (5.5), 03.07.2010



1.Sf3 c5 2.d3
Eine typische Spielweise für unsere Nationalspielerin. Hauptsache keine Theorie.

2...Sc6
[2...d5 wäre eine etwas mutigere Fortsetzung.]

3.g3 g6 4.Lg2 Lg7 5.0-0 e6 6.e4 Sge7 7.c3
[7.Sbd2 d5 würde in eine der Hauptvarianten überleiten. Jedoch hat Weiß hier den Vorteil, dass Sbd2 oder De2 aufgrund des verspäteten d5 noch nicht erfolgen musste. Somit droht nach dem letzten Zug von Weiß bereits der Zentrumsvorstoß d3-d4.]

7...0-0 8.h4
[8.Te1!? ; 8.d4!? ]

8...d5 9.De2 b6
[9...h6 ]

10.h5 La6
Meines Eracht ens der erste ungenaue Zug. h5-h6 scheint auf den ersten Blick keine ernstzunehmende Drohung zu sein, jedoch belastet es die schwarze Grundreihe dauerhaft. Genauer wäre [10...h6!? gewesen. 11.hxg6 fxg6~~ ]

11.e5?!
[11.h6! Lh8 12.e5+/= d4 wird stets mit 13.c4 beantwortet.]

11...Dd7?!
Es wird unseren Schülern stets gepredigt, die Schlagvariante zu berechnen. In diesem Fall sieht g:h5 jedoch so strukturtötend aus, dass ich stark annehme, dass keine der beiden Spielerinnen einen Gedanken daran verschwendet hat. [11...gxh5! sieht auf dem ersten Blick ein bisschen komisch aus, aber wenn man genauer hinsieht, stellt sich jetzt der Bauer e5 als ernstzunehmende Schwäche dar. 12.Lg5 (12.Lf4 Sg6 13.Te1 h4 ) 12...h6 13.Lh4 (13.Lxe7 Dxe7 14.Te1 h4 15.gxh4 (15.Sxh4 Sxe5-/+ ) 15...Tae8 mit der Idee f6 mit klaren Vorteil für Schwarz.) 13...Dc7 ]

12.Te1?!
[12.h6 Lh8 13.Lg5 ]

12...h6
Auch wenn nicht so stark wie [12...gxh5 , ein Schritt in die richtige Richtung.]

13.Lh3 Kh7
[13...gxh5 14.Lf4 Sg6 ]

14.Sbd2
[14.hxg6+ Sxg6 15.Lf4 Sxf4 16.gxf4 Se7 17.Sa3 Sg6 18.De3 Tg8 19.Kh2 mit angenehmeren Spiel für Schwarz.]

14...Tae8
[14...gxh5 ]

15.Sf1 Dc7
Mir scheint es, dass Doreen hier den Faden verliert. Sie hatte alle Figuren richtig entwickelt. Jetzt ist es die letzte und vielleicht sogar auch beste Möglichkeit, die Stellung mittels g:h5 und späteren f6 zu öffnen.. [15...gxh5! ]

16.S1h2 Sg8?
Der Springer hätte so gut auf g6 stehen können. Leider kann ich die Idee von Sg8 nicht nachvollziehen. Das Spiel gleitet ihr ab jetzt völlig aus den Händen.

17.Ld2
Schablone. [17.hxg6+ verhindert den Vorstoß f7-f6 und unterstreicht den letzten fehlerhaften Zug von Schwarz. Der Springer müsste nun wieder nach e7 zurückkehren, wenn er je ins Spiel eingreifen möchte. 17...fxg6 18.a3 mit der Idee b4. Weiß wäre hier gut beraten, eine Strategieänderung vorzunehmen. Nachdem alle schwarzen Figuren Richtung Königsflügel marschierten, ist der Damenflügel verwundbar geworden.]

17...gxh5
Die Einsicht kommt, aber leider viel zu spät. Auch ist g:h5 nicht mehr so sinnvoll, da der schwarze Springer erst im übernächsten Zug auf sein Traumfeld g6 streiten kann. Jedoch kommt Schwarz leider nicht mehr dazu.

18.Lf4 Sge7 19.Sg5+! Kg8?
[19...Kg6! Weiß hat leider keine bessere Möglichkeit, als wieder den Springer von g5 nach f3 zuruckzuziehen. 20.Sgf3 Kh7= ; 19...hxg5? 20.Dxh5+ Kg8 21.Dxg5 Tb8 (21...Sg6 22.Sg4 Dd8 23.Sf6+ Lxf6 24.exf6 e5 (24...Lxd3 25.Lc7 ) 25.Lf5 Sce7 (25...Lxd3 26.Lxd3 e4 27.Lc7! Te5 (27...Dxc7 28.Dh6 ) 28.Lxe5 Scxe5 29.Le2+- ) 26.fxe7 Dxe7 27.Dg4+- ) 22.Sg4 Tfc8 23.Sf6+ Kf8 24.Sh5 Sg6 25.Sxg7 Kxg7 26.Dh6+ Kg8 27.Lg5+- ]

20.Dxh5+- Lxd3
[20...hxg5 21.Dxg5 Zugumstellung. 21...Sd8 22.Sg4 ; 20...Sg6 21.Sg4 Lxd3 (21...Sxf4 22.gxf4 ) 22.Sxh6+ ]

21.Sg4 Lg6 22.Sxh6+ Lxh6 23.Dxh6 Sf5
[23...Dd7 24.Kg2 d4 25.Th1+- ]

24.Lxf5 Lxf5 25.Kg2
[25.g4 ]

25...f6 26.exf6 Dd8 27.Dg7# 1-0